Alexandra Köhler

Trauma & Autismus

Was das Asperger Syndrom nicht ist!

Wenn der Begriff Autismus fällt, denken noch (zu) viele Menschen, es handele sich um eine Person, vollkommener Hilflosigkeit, Desinteresse an anderen Menschen und herabgesetzem Selbstbewusstsein. Ein Mensch mit Autismus ist nach dem alten Sprachgebrauch stetig auf Hilfe angewiesen, kann nur schlecht bis gar nicht alleine leben und lebt dennoch wie ein Eremit.

Das ist falsch und nicht korrekt. Nur zu bedauerlich ist es, dass in den 40ger Jahren, zu Zeiten Hans Asperger, niemals die Frage wirklich aufkam, warum es nur männlich Betroffene gibt und kein Mädchen dabei ist. Diese Frage entstand etwas später, so circa Ende der 80ger Jahre.       

Auch viele "Fachärzte", welche schon seit langer Zeit mit Autisten arbeiten, tun sich mit der Diagnostik von weiblich Betroffenen, erst recht mit älteren Frauen, sehr schwer. Sie warten darauf, dass sich die hilfesuchenden Mädchen und Frauen vor den Kopf schlagen, sich in die Unterarme beissen, nicht in die Augen schauen und mit den Beinen wippen - dabei haben besonders die Mädchen früh gelernt, dass man dies nicht macht und haben sich selbst "gesellschaftliche Verhaltensregeln" antrainiert und kompensieren somit die Autismussymptomatik. Somit entstand die Bezeichnung:

Kompensiertes Asperger Syndrom, bei Mädchen und Frauen.

Durch die enormen Kompensationsstrategien bei Mädchen und Frauen, führt der Untersucher sich selbst oft aufs Glatteis und fällt mit der Diagnostik hin. Die hilfesuchenden Mädchen und Frauen gehen dann genauso heimlich mit dem Asperger Syndrom wieder weg, wie sie gekommen sind.

Gute Adressen für kompensierte Asperger Syndrome bei Mädchen und Frauen sind die Universitätsambulanzen in Freiburg, Aachen & Dortmund. Doch dort sind mittlerweile Wartezeiten zwischen 12 und 18 Monaten entstanden!

(Freiburg nimmt derzeit nur Hilfesuchende aus der umliegenden Region an. Derzeit nicht aus NRW.)

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